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Final Fantasy XII The Zodiac Age Blog Header


Der Geburtstag der Tactics-Reihe ist gerade einmal wenige Wochen her und schon ist seit 11. Juli ein neuer Teil, oder eher gesagt eines der zurzeit vielen Remakes, der Final Fantasy-Reihe auf dem Markt. Und das spielt auch noch in derselben Welt wie die Tactics-TeileFinal Fantasy XII: The Zodiac Age. Kein Teil der Hauptreihe war so umstritten wie Teil 12, denn entweder hat man es geliebt oder gehasst. Etwas dazwischen gab es für viele Leute nicht. Dadurch dass es in der Welt von Ivalice spielt, besitzt das Spiel einige Aspekte, die schnell an die Tactics-Reihe erinnern. Auch wenn einiges natürlich trotzdem anders funktioniert, als bei Tactics.

Es gab bereits damals eine „International Zodiac Job System“-Edition mit den Erweiterungen, die nun auch dieses Remake mit sich bringt. Allerdings erschien diese Version bisher nie außerhalb Japans.

Jetzt seid ihr bestimmt schon gespannt wie ein Flitzebogen, wie das Spiel denn ist. Aber vorweg kann man sich ja mal mit zwei anderen interessanten Fragen beschäftigen. ;-)

Wieso hat Final Fantasy XII die Fangemeinde gespalten?

Lizenzbrett Blog

Das Lizenzbrett des Rotmagiers

Nun, der einfachste Grund dürfte das im Vergleich zu vorherigen Teilen vollkommen veränderte Spielsystem sein. Hat man in Vorgängern noch rundenbasiert gekämpft und dabei einen extra Bildschirm bekommen, finden die Kämpfe in Teil 12 direkt auf der Karte statt und sind Echtzeitgefechte – und ihr werdet euch freuen, wenn sich das erste Mal andere Gegner in den Kampf einmischen und euch statt geplanten drei Gegnern plötzlich sechs gegenüberstehen. Außerdem hat man in diesem Teil immer nur drei aktive Kämpfer (und einen eventuellen Gastcharakter), die man zudem immer zeitgleich herumlaufen sieht. Von diesen steuert man aber immer nur einen selbst und gibt den anderen gewisse Vorgehensweisen vor, an die sie sich dann in den Kämpfen halten. Wenn es notwendig ist, kann man den Kameraden aber auch direkte Befehle geben, den Gästen hingegen nicht (was zum Glück in „The Zodiac Age” geändert wurde). Das Aufleveln funktioniert zwar nach wie vor mit Erfahrungspunkten, allerdings wurden auch die Lizenzpunkte eingeführt. Mit denen muss man sich erst die Erlaubnis freikaufen, eine Fähigkeit benutzen oder ein bestimmtes Ausrüstungsstück tragen zu dürfen. Denn wie es sich gehört, müssen die Helden erst lernen, wie man vernünftig mit neuen Waffen umgeht.

Zodiac-Esper Blog

Die Esper sind dem Zodiac, den Tierkreiszeichen, zugeordnet

Die Beschwörungen in diesem Teil, die Esper, sind mächtige Wesen, die zu Hilfe gerufen werden können. Sie ersetzen daraufhin die beiden anderen Kämpfer, sodass nur der Charakter im Kampf bleibt, der die Esper beschworen hat. Der Beschwörer kann von den Gegnern weiterhin angegriffen werden und wenn er besiegt wird, verschwindet die Esper automatisch. Auch die Esper handeln vollkommen autonom und nehmen, im Vergleich zu anderen Mitstreitern, keinerlei Befehle an (wurde in „The Zodiac Age” geändert). Auch Spezialangriffe, hier Mysth-Teks genannt, gibt es wie in einigen der Vorgängern noch und können hier sogar zu starken Kombinationen verkettet werden. Gerade bei schwierigen Bossen können diese dem Spieler dann auch mal den Hintern retten.
Ein gänzlich neuer Aspekt hingegen ist die Mob-Jagd, bei der man den Auftrag erhält, ein bestimmtes Monster zu töten und dafür eine Belohnung erhält. Und die haben es teilweise wirklich in sich.

All diese Spielmechaniken gibt es selbstverständlich auch in „The Zodiac Age“, aber einige Mechanismen wurden verbessert oder verändert. In Anbetracht dessen, dass inzwischen weitere Final Fantasy-Teile mit ähnlichen Systemen funktionieren und die Kämpfe nur noch selten rundenbasiert sind, dürften sich die damals erhitzten Gemüter damit angefreundet haben.

Über die Geschichte, in der man Vaan begleitet, kann man sich natürlich ebenfalls streiten und die dürfte ebenfalls ein Grund für die gespaltene Fangemeinde sein. Sie ist nicht so tiefgehend und weitreichend wie manch andere Final Fantasy-Teile, aber dennoch schwingt einige Tragik in der Geschichte mit. Ich persönlich mag die Story sehr gern und freute mich wie ein kleines Kind darauf, sie ein weiteres Mal miterleben zu können und dabei sogar Verbesserungen an die Hand zu bekommen.

Final Fantasy XII The Zodiac Age - Storytrailer

Final Fantasy XII The Zodiac Age - Storytrailer

Was sind die Unterschiede zwischen der originalen und der Zodiac-Edition?

Zodiac-Jobs Blog

Die zwölf Jobs sind ebenfalls dem Zodiac zugeordnet

Die wohl wichtigste Änderung ist ein grundlegendes Spielprinzip, das es auch in den Tactics-Teilen gibt: Das Job-System, auch genannt Zodiac-System. Dabei stehen den Charakteren insgesamt zwölf unterschiedliche Berufe zur Verfügung, die ihnen Zugang zu verschiedenen Fertigkeiten, Zaubern und ähnlichem ermöglichen. Anfangs kann jeder Charakter nur einen Job auswählen, der auch nicht mehr geändert werden kann, und ab einem gewissen Spielfortschritt ist für jeden Charakter ein zweiter Job möglich – welcher nach der Auswahl ebenfalls nicht mehr geändert werden kann. Kleiner Tipp: Macht euch keine allzu großen Gedanken über die Jobkombinationen. Das sorgt sonst nur für Stress und mindert den Spielspaß. ;-)

Die vermutlich größte Neuerung in diesem Spiel ist ein neuer, sehr schwerer Modus, den man über das Hauptmenü starten kann, nämlich die Prüfungen. Dafür wird ein Speicherstand aus dem Hauptspiel benötigt, wobei die Level und die Ausrüstung des geladenen Speicherstands für die Prüfungen verwendet werden. Horden von Gegnern gilt es auf ingesamt einhundert Etagen zu bekämpfen und auf dem Weg nach oben gibt es keinen Kristall, an dem eine Heilung möglich wäre. Taktik ist hier entsprechend essentiell und gerade die letzte Etage hat mich beispielsweise sehr zur Verzweiflung getrieben. Aber auch wenn man einmal verlieren sollte, kann man durch die automatisch und manuell angelegten Speicherpunkte jederzeit weitermachen. Erhaltene Gegenstände und Lizenzpunkte können später ins Hauptspiel übernommen werden.
Hat man diesen Modus abgeschlossen, schaltet das zudem den Schwach-Modus für ein Neues Spiel+ frei. Bei diesem gibt es keinerlei Erfahrung und die Charaktere bleiben somit den kompletten Durchgang über auf Level 1. Nach erfolgreichem Abschluss des Hauptspiels schaltet sich außerdem der Stark-Modus frei, bei dem die Helden direkt auf Level 90 startet und wie gewohnt leveln können. Gegenstände werden in beiden Fällen nicht übernommen.

Chocobo Blog

Auch Chocobos sind wieder mit von der Partie

Eine weitere, für einige wohl sehr erfreuliche Neuerung, ist die Möglichkeit, auch den Gastcharakteren gewisse Vorgehensweisen mithilfe der Gambits zu geben, damit sie nicht vollkommen frei Schnauze handeln. Das ist insbesondere deshalb wichtig, weil die KI der Gegner ein wenig aufgepeppt wurde. Bei so manch einem Gegner benötigt man also eine gänzlich neue Strategie und pures Draufkloppen funktioniert einfach nicht immer. Aus diesem Grund wurde auch ein Warte-Modus eingefügt, der beim Öffnen des Kampfmenüs aktiviert wird, um ohne Stress genau über eure nächsten Schritte nachdenken zu können. Eine weitere Änderung ist, dass man nun sowohl Gastcharakteren als auch Espern Befehle geben und sie im Kampf auch selbst steuern kann.

Wer bereits das ursprüngliche Spiel gespielt hat, weiß außerdem, wie groß und langwierig die Orte teilweise sein konnten. Auch die Kämpfe haben manchmal enorm lange gedauert. Doch auch hier schafft die Zodiac-Version Abhilfe: Den Turbo-Modus! Mit diesem ist es möglich, das Spiel wahlweise auf zweifache oder vierfache Geschwindigkeit zu erhöhen. Dabei sollte man allerdings vorsichtig sein, denn bei Kämpfen kann es gerade bei vierfacher Geschwindigkeit schnell passieren, dass etwas schief geht. Und besonders lustig wird es, wenn man auf vierfacher Geschwindigkeit versucht, einen Chocobo im Galopp zu steuern. Da wird man mehr gegen Wände sprinten als irgendwo anders hin.

Und eine weitere gute Neuigkeit: Viele verpassbare Items sind nicht mehr verpassbar. Einzig die Genji-Ausrüstung muss nach wie vor von Gilgamesch gestohlen werden und die Bänder für ein starkes Schwert (Tros Schwert) können verpasst werden, während man alles andere aber auf verschiedene, neue Weisen erhalten kann. Wer erinnert sich aus dem PS2-Klassiker nicht an die Doxá-Lanze, für die einige Kisten nicht geöffnet werden dürften und die dadurch viel zu leicht verpassbar war. Nun kann man sie mit etwas Glück aus einer normalen Kiste erhalten oder alternativ als Belohnung für den Abschluss des Jagdrings erhalten (ja, richtig, man kann mehr als bekommen!^^). Außerdem wurde das Piratennest abgeschafft, da man nun richtige Trophäen freispielt.
Übrigens wurden die Fundorte etlicher Gegenstände, Zauber und Techniken geändert und es wurden auch neue, überaus starke Ausrüstungsgegenstände hinzugefügt. Letztere kann man aber nur mit sehr, sehr viel Glück und Geduld erhalten und sie sind, weiß der Geier warum, bei Verwendung unsichtbar.

Selbstverständlich wurde auch an der Grafik und der Musik des Spiels gefeilt. Sieht man sich die Teile im Vergleich an, erkennt man, dass Square Enix sich Mühe gegeben hat, das Beste aus dem Spiel herauszuholen. Zwar erkennt man in einigen Sequenzen, dass die Konturen etwas verwaschen aussehen, aber darüber kann man beim besten Willen hinwegsehen. ;-)

Und wie ist das Spiel nun?

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Einer der Richter

In meinen Augen handelt es sich um ein sehr gelungenes Remake, das womöglich auch all jene zum Spielen anregen kann, die es damals doch lieber haben liegen lassen. Die Neuerungen machen das Spiel umso besser und insgesamt fesselt es sehr lange – vor allem, wenn man alles erledigen möchte. Denn es gibt Exoten, die man nur mit etwas Glück oder Geschick antreffen kann und die teilweise sehr stark sind. Auch die Mob-Jagden sind zum Ende hin sehr fordernd. Außerdem gibt es in diesem Spiel einen Kampf, der nach wie vor als einer der schwersten und langwierigsten in der kompletten Final Fantasy-Reihe gilt: der Kampf gegen Yiasmat.

Die Geschichte rund um Vaan, der nach einem Diebstahl in das wohl größte Abenteuer seines Lebens purzelt, ist sehr fesselnd. Schnell wird klar, dass man nicht nur für ihn kämpfen wird, sondern sich in den Adelsfamilien einiges tut und der Frieden der Welt auf dem Spiel steht. Und ebenso schnell zweifelt man daran, wem man eigentlich trauen kann und wem nicht. Und auch dieser Teil hat einige traurige, lustige und ebenso spannende Szenen in petto, die einen emotional mitreißen und mehr als nur einmal sprachlos (oder lachend) vor dem Bildschirm sitzen lassen.

Die sechs Charaktere, die sich der Gruppe anschließen, könnten von ihrer Hintergrundgeschichte und ihrer Persönlichkeit kaum unterschiedlicher sein, und reichen vom Waisenkind, das auch noch seinen Bruder im Krieg verlor, bis hin zur Königstochter, der man in ihrem bisherigen Leben jeden Wunsch von ihren Lippen abgelesen hat. Sind sich die drei Männer und Frauen anfangs gegenseitig nicht sonderlich sympathisch – um nicht zu sagen, dass sie sich teilweise hassen – werden sie im Laufe der Zeit zu sehr guten Freunden, die füreinander durch Feuer gehen würden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass für jeden Spieler mindestens ein Charakter dabei sein, den er ins Herz schließen kann.

Final Fantasy XII The Zodiac Age - Gameplay-Trailer

Final Fantasy XII The Zodiac Age - Gameplay-Trailer

Und die Moral von der Geschicht'?

Archadis Art

Das Artwork von Archadis

Zögern sollst du nicht! Bangaa verhauen sollst du nicht? Ah! Warten sollst du ... Moment, das ist genau wie das Erste. Ach, egal! Ran an die Controller, Spiel eingelegt und losgezockt, zack zack!

Was denn, ihr seid immer noch da? Na, dann lasst mich euch wenigstens noch einen guten Tipp geben: Wenn ihr wissen wollt, wie es danach mit Vaan und seinen Freunden weitergeht, könnt ihr euch auch gern den Nachfolger für den Nintendo DS zu Gemüte führen.

... Wirklich? Immer noch? Mir geht so langsam der Text aus, Leute. Scrollt lieber weiter nach unten zu den Kommentaren. Da könnt ihr wenigstens was Sinnvolles tun und selbst was schreiben und nicht mir die ganze Arbeit überlassen. :-P



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Vanyar GAMING-TASKFORCE

Vanyar ist seit 2012 primär in Videospiel- und Serien-Wikis auf FANDOM anzutreffen und schreibt hauptsächlich für die Gaming-Taskforce, manchmal aber auch als Aushilfsschreibling für das Entertainment-Team. Ob RPG oder Shooter, Comedy oder Horror, ihre Vorlieben bei Spielen und Serien sind sehr breit gefächert. Heute schlägt ihr Herz vor allem für PlayStation-Spiele, wo sie ein regelrechter Trophäen-Freak geworden ist, aber auch Nintendo-Controller finden immer wieder den Weg in ihre Hand. Abseits dieser digitalen Welten zeichnet und schreibt sie gern, hat jede Menge nerdige Hobbys und hört gern Musik.

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