Final Fantasy Almanach
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Growing Light Final Fantasy XIV OST

Nicht nur akustisch, auch optisch überzeugen die Soundtrack-Alben von FF14

Es ist nicht alles Soken was gut klingt. Wer sich Kommentare zur Musik zu FF14 durchliest, etwa in der Kommentarspalte von YouTube-Videos, wird viele Kommentare lesen, die Soken in den höchsten Tönen loben. Es scheint, dass viele nicht wissen, wie die Stücke entstehen und was die Aufgabe eines Arrangeurs dabei ist. So wird ausschließlich Soken mit Lorbeeren geschmückt. Viele andere der Künstler, die ebenfalls maßgeblich zum grandiosen Soundtrack beitragen, werden hingegen niemals erwähnt - und das ist furchtbar schade.

Daiki Ishikawa, Justin Frieden, Keiko, Ken Ito, Kenichi Maeyamada, Saya Yasaki, Takafumi Imamura, Ryo Furukawa, Yoshitaka Suzuki. In diesem kurzen Artikel möchte ich darauf eingehen, was ein Komponist und ein Arrangeur tun. Und ich möchte die eben genannten Arrangeure, die nur allzu oft vergessen werden, für ihr essenzielles Mitwirken an die Musik würdigen, die wir jedes Mal genießen, wenn wir Ætheris erkunden.

Zuerst die Komponisten...[]

Masayoshi Soken The Primals Final Fantasy XIV Fanfest 2016

Ein Komponist in freier Wildbahn

Wenig überraschend: Komponierenden erschaffen Musik. Dazu setzen sie Töne zu Melodien zusammen. Meistens gilt es dabei möglichst eingängige Melodien zu erschaffen, die sich aufgund ihres Charakters von anderen Stücken im Spiel abheben und so schnell wiedererkennt werden können. Diese eingängigen Melodien können als Motive verwendet werden. Dabei handelt es sich um Elemente, die an vielen anderen Stellen wiederverwendet wird. Ist die Melodie nicht eingängig oder nicht einzigartig genug, bemerken die Zuhörenden nicht, wenn sie erneut eine Melodie hören. Motive werden in aller Regel mit einem bestimmten inhaltlichen Aspekt verknüpft. Dabei kann es sich um einen Charakter, einen Ort oder ein Ereignis handeln. Das Hören der Melodie evoziert dann Erinnerungen an ebendiese Charaktere, Orte oder Erlebnisse.

Während wir die Endsängerin verdreschen, feuert uns ein Orchester mit dem Stück „The Final Day“ an. Dabei denken wir unvermeidlich an die ganzen Abenteuer, die wir bis dahin bestritten haben - wir haben Eorzea vor den Garlearn beschützt, den Krieg zwischen Ishgard und den Drachen beendet, Ala Mhigo befreit und Norvrandt vorm Untergang bewahrt. Das ist wenig verwunderlich, schließlich hören wir während „The Final Day“ die Motive aus „Ultima“, „Heavensward“, „The Worm's Tail“ und „Tomorrow and Tomorrow“, die wir mit den jeweiligen Ereignissen und Orten verbinden.

...dann die Arrangeure[]

Immer nur das gleiche Lied hören, wenn es um Ishgard geht? Laaaangweilig! Ein einzelnes komponiertes Stück reicht also nicht aus, um ein gesamtes Spiel zu füllen. Hier kommen die Arrangeure ins Spiel. Sie nehmen eine bestehende Komposition und ändern die Instrumente, die Rhythmen und das Tempo, um ein gänzlich neues Stück zu gestalten. Wo am Tag das imposante „Solid“ spielt, ist in der Nacht „Night in the Brume“ mit sanfteren Pianoklängen zu hören, um die Nachtruhe der adeligen Schnösel Ishgards nicht zu stören. Um das Blut in Wallung zu bringen, darf beim Kampf gegen die Thordan das Tempo in „Heroes“ etwas höher sein.

Ein Soundtrack besteht aus einer Handvoll grandioser Kompositionen. Die Arrangeure formen diese mannigfaltig um, sodass die gleichen Melodien immer wieder verwendet können. Ist die Neuinterpretation besonders kreativ und ausgefallen, können sie uns positiv überraschen. Gleichzeitig sind sie vertraut genug, sodass wir an den Charakter denken, der mit dem Stück verknüpft ist. So ist „Forged in Crimson“ immer noch deutlich als „Battle With the Four Fiends“ aus Final Fantasy IV erkennbar, wirkt aufgrund der Dubstep-Einflüsse erfrischend neu.

Ehre wem Ehre gebührt[]

Lest die Credits! Das ist die Kurzfassung dieses Artikels. Vielfach wird Soken über den grünen Klee gelobt, obwohl er bei manchen Titeln vermutlich weniger beigetragen hat, als ihm zugerechnet wird. Einige Beispiele befinden sich in den Kommentaren unter diesem YouTube-Video zum Stück „Pilgrimage“. Hier ist das Motiv von „In the Balance“ eingebaut, weshalb ein Kommentar lautet:

Quote2Quote2-Darkmode I love how Soken weaves his pieces into each other without making them seem stale or repetitive. Quote1Quote1-Darkmode

Dankt Saya Yasaki, dass die Musik nicht repetitiv klingt, denn sie hat das Stück von Soken arrangiert.

Quote2Quote2-Darkmode I swear... Masayoshi Soken should be put in the hall of fame for the music he has made. Quote1Quote1-Darkmode

Ja, Soken mach einen phantastischen Job, doch sind noch sooo viele mehr an der Musik des Spiels beteiligt.

Quote2Quote2-Darkmode Soken did not compose the music for Thaleia raid. I'm almost sure it was Saya Yasaki Quote1Quote1-Darkmode

Endlich jemand, der Yasaki feiert! Doch leider ist die Aussage nicht ganz korrekt. Yasaki hat das Stück arrangiert. Komponist bleibt Soken.

Oder im Video zum zuvor erwähnten Stück „Forged in Crimson“:

Quote2Quote2-Darkmode [...] so I gotta give a tip of the hat to Soken for thinking to make the vocals for this FF4 track sing in the style of Italian Opera. Quote1Quote1-Darkmode

Das Konzept für die Lyrics stammt von Takashi Tokita, der eigentliche Liedtext von Paul Chandler. Das Lied selbst wurde von Nobuo Uematsu komponiert und von Kenichi Maeyamada arrangiert. Und doch steht dort ein anderer Name...

Also, wenn ihr das nächste Mal jemanden für die herausragende Musik des Spiels danken wollt, dann nehmt euch einen Moment Zeit und schlagt kurz nach, wem ihr eigentlich alles danken solltet. 😊

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