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Übers Altern und übers Geld

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Final Fantasy VII Remake Logo.png

Mal ein etwas anderer Blogpost.

In einigen Orten des Internets (etwa Reddit) wird Unmut geäußert über den veranschlagten Preis von aktuell 57€ im Sale und 80€ regulär für Final Fantasy VII Remake auf Steam. Mich stört dabei das Hauptargument vieler Kritiker: das Alter.

Morgen schon alt

FF7R Aerith Kampf gegen Arco.jpg
So sehen heute alte Spiele aus.
Final Fantasy VII Remake erschien im April 2020, also vor 2 Jahren. Scheinbar reichen 2 Jahre für viele bereits aus, um ein Spiel als alt zu bezeichnen - was für mich albern ist. Innerhalb von zwei Jahren entwickeln sich Technik und spielerische Standards kaum weiter und auch im Hinblick auf die gesamte Spielegeschichte sind zwei Jahre sehr jung. Doch wie kommt es zu diesem Maßstab für das Alter? Was nun folgt sind eine Reihe Vermutungen meinerseits.

FOMO

Es gibt immer mehr Spiele auf Steam und die Preise fallen rasant (dazu später mehr). Publisher haben somit ein großes Interesse ihr Spiel möglichst zum Veröffentlichungszeitpunkt zu veräußern, wo sie den höchsten Preis veranschlagen können. Dazu müssen sie aus der Masse rausstechen, weshalb das Marketing alles daran tut das Release als Event zu inszenieren, bei dem jeder Spieler von Anfang an dabei sein muss, um mitreden zu können.

Die Fear of Missing out (FOMO) ist ein recht junges Phänomen, welches vom Marketing für ihre Strategie genutzt werden kann. Die aktuelle Medienlandschaft, in denen Trends auf Soziale Medien wie Twitter nur für kurze Zeit relevant sind, verschärfen die Angst etwas zu verpassen. Umgekehrt sind Spiele, die nicht just erschienen sind, nicht mehr relevant und somit alt.

Qualität & Quantität irrelevant

Abseits der Frage, ob ein Spiel nun tatsächlich jung oder alt ist, stört mich bei dieser Art der Argumentation, dass Qualität und Quantität bei dieser Art von Argumentation völlig irrelevant.

Final Fantasy VII Remake ist ein Vollpreistitel, welcher zusammen mit dem DLC InterMISSION verkauft wird. Nun wird dafür ein für Vollpreistitel üblicher Preis verlangt. Wie bereits erwähnt entsprechen Umfang und Spielmechanik den heutigen Standard, weshalb der Preis meines Erachtens angebracht ist. Vor allem wenn bedacht wird, wie viel Zeit und Arbeit von einer ganzen Reihe von Personen in einem Spiel steckt.

Gewohnt Billig

Wie vorhin bereits angeschnitten ist es jedoch mittlerweile Usus, dass auf Steam Preise rasant fallen und nur gekauft werden, wenn sie rabattiert sind. Vor allem bei „alten“ Spielen wird erwartet, dass sie verramscht werden.

Die Spieleindustrie hat selbst einen Standard etabliert, bei dem Spiele einem immens schnellen wertverfall zum Opfer fallen. Doch es gibt auch Ausnahmen. Allem voran Nintendo, die einen angemessenen Wert für ihre Spiele festlegen und an diese festhalten - eben weil die Qualität der Spiele nicht so schnell fällt wie die aktuell üblichen Preise.

Manche Steamspiele gehen sogar über eine No Sales Policy zu verfolgen - welche aufgrund der etablierten Verbilligung nicht bei allen gut ankommen. Im konkreten Beispiel wird eine solche Policy als unmoralisch bezeichnet. Doch meines Erachtens ist es in diesem konkreten Fall genau Umgekehrt: die Autor selbst schreibt sogar explizit, dass ihm die Qualität des Spiels egal ist - sie will es nur billig haben.

Spielepreise stagnieren

Obendrein sind die Preise für Spiele in den letzten Jahrzehnten kaum gestiegen (s. Abb. 2 im Link). Wird die Inflation mit einberechnet, fällt der Preis seit stetig (s. Abb. 1 im Link). Obendrein werden Spiele immer aufwendiger und die Kosten steigen stetig. Kombiniert mit der aktuellen Preispolitik von Spielen führt dies eben dazu, dass so stark auf FOMO-Marketing gesetzt wird.

Und es führt dazu, dass weitere Möglichkeiten zur Monetarisierung gesucht wird. Mehr Mikrotransaktionen, DLCs, Seasonpasses und sonstiges, das von den meisten Spielern nur ungern gesehen wird.

Ein Argument für schnell fallende Preise

Doch es gibt eine Sache, die man als Argument für einen raschen Preisverfall anführen kann: man macht das Spiel schnell einer breiten Masse zugänglich. Hier ist das meines Erachtens wirklich spannende Punkt: wie kann man sicherstellen, dass ein Spiel für möglichst viele Bezahlbar ist, jedoch auch profitabel für Unternehmen bleibt?

Schlussworte

Kurzum: Geld ist doof und macht nur Probleme. Aber wie seht ihr das? Findet ihr Spiele aktuell zu günstig oder zu teuer? Und um zum aktuellen Fall zurück zu kommen: findet ihr den aktuellen Steam-Preis für Final Fantasy VII Remake zu hoch?

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